|
Von MATTHIAS KNISPEL
"Geee-samtschule Wald, dadadadida!" Dieses von Schülern der Friedrich- Albert- Lange- Schule auf die bekannte Melodie von "Oh Champs-Elvsees" zu Ehren ihrer "Penne" geschriebene Lied war der Höhepunkt zum Abschluss der Feierstunde zum 175. Ge-burtstag ihres Namenspatrons. In der voll besetzten Mediothek an der Altenhofer Straße in Wald ging es dabei - begleitet von rhythmischem Klatschen der Zuhörer - um nette Lehrer, die offensichtlich beliebte Freiarbeit in der Mediothek, um die Mensa sowie um das Lernen, das Spaß macht.
Hauptredner vor kommunaler Politprominenz, Lehrern und Schülern war Schulleiter Peter
|
|
|
Wirtz, der über das Leben von Friedrich Albert Lange referierte. Am 28. September 1828 als zweites Kind des Pastors Johann Peter Lange in Wald geboren, ging er zunächst in Duisburg zur Schule, bevor es ihn durch den Stellenwechsel seines Vaters nach Zürich verschlug.
Soziale Themen wichtig
Er studierte Philologie und Philosophie, bevor er einem Ruf als Professor nach Marburg folgte. Neben volkswirtschaft-lichen Themen beschäftigte ihn in erster Linie die soziale Frage des 19. Jahrhunderts. Auch ver-öffentlichte er eine Schrift zur Bedeutung von Leibesübungen und nahm dabei Stellung zur
|
|
|
Bedeutung des Wehrdienstes in einer Demokratie. Die Wieder-belebung der Kant-Forschung an der Marburger Universität ist ebenfalls untrennbar mit dem Namen Friedrich Albert Lange verbunden. Im Jahre 1866 hatte er mit seinem Hauptwerk "Geschichte des Materialismus" in Hochschulkreisen für Auf-merksamkeit gesorgt. Lange stirbt am 21. November 1875 im Alter von erst 47 Jahren.
Das vielseitige Berufsleben Langes - er war (Hochschul-) Lehrer, Chef der Handels-kammer, Verleger, Buchhändler und Städteplaner - inspirierte nach den Worten von Peter Wirtz die Walder Gesamtschule, ihren Schülern eine möglichst breite Bildung zu vermitteln. Hintergrund dafür sei "die
|
|
|
mittlerweile überholte Vor-stellung, dass man in seinem Leben nur einen Beruf lernen und ausüben könne".
Die Feierstunde an der Altenhofer Straße hatte zudem ein ansehnliches Rahmenprogramm: Pianistin Dagmar Joseph und Sandra Buch (Flöte) spielten das "Konzert d-moll" von Bach sowie Dopplers "Fantasie Pastorale Hongroise".
Auch die Sing-AG "Voices" sowie der Kurs "Darstellen und Gestalten" der 9. Jahrgangsstufe - er interpretierte Mörikes "Geister vom Mummelsee" mit Xylophonen - trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Drei Schüler der Fachschaft Philosophie ließen Friedrich Albert Lange schließlich "aus seinem Werk sprechen".
|
|