Schulprogramm: Vorwort PDF Drucken E-Mail

Auf dem Weg zum Schulprogramm

Als die Schule 1990 mitten in einem der ältesten Stadtteile Solingens, dem Stadtteil Wald, gegründet wurde, gab es verständlicherweise kein fertiges Schulprogramm, mit dem das Gründungskollegium seine Arbeit begann, wohl aber die Vorstellung von pädagogischen Bausteinen, die sich im Laufe der Jahre zu einem Programm zusammengefügt haben. Getragen werden diese pädagogischen Bausteine von reformpädagogischen Grundsätzen, die zu Beginn des Jahrhunderts Einzug in die Schule hielten, lange Zeit aber in Vergessenheit geraten sind. Seit einigen Jahren sind sie wieder entdeckt worden, insbesondere von den Grundschulen.

Ausgangspunkt aller Reformpädagogen war und ist das Kind. Die Freude am Lernen zu erhalten und zu fördern, Ängstlichkeit vor Misserfolgen abzubauen und Schule als Raum gemeinsamen Lebens und Lernens zu gestalten gehört aus dieser Perspektive zu den Zielsetzungen von Schule.

Auch wenn wir heute wissen, dass

  • eine gute Berufsvorbereitung nicht von selbst geschieht und eine der wesentlichen Beratungsaufgaben der Schule in späteren Jahrgängen sein muss,
  •  jede/r Lehrer/Lehrerin bewusst oder unbewusst auf eine zukünftige Gesellschaft hinerzieht (was brauchen die Schüler an Wissen, Lernmethoden, Umgangsformen, Informationsverarbeitung etc. nach ihrer Schulentlassung),
  •  die Qualität des Unterrichts durch die Beteiligung der Schüler und Schülerinnen an der Unterrichtsgestaltung und durch eine Auswahl und Reduzierung der Inhalte zunimmt, 

machen uns die Reformpädagogen nach wie vor auf Wichtiges aufmerksam:

  1. Die soziale Umgebung beeinflusst das Lernen.
  2. Soziales Lernen und anspruchsvoller Unterricht (Begeisterung für das Fach und seine Methoden) sind Ergänzungen und keine Gegensätze.
  3. Auch in unteren Jahrgängen können Schüler/innen an der Unterrichtsgestaltung beteiligt werden.
  4. Gemeinsame Erfahrungen von Schülerinnen/Schülern, Lehrerinnen/Lehrern und Eltern prägen die Einstellung zur Schule (gemeinsame Schulveranstaltungen, Schulfeiern...usw.)

Diese Feststellungen mögen für die meisten von uns banal sein, und doch werden diese Banalitäten - wenn man Untersuchungen über den schülerorientierten Unterricht glauben möchte - noch viel zu selten berücksichtigt. Außerdem zeigt sich die Qualität solcher Leitsätze nicht durch Zustimmung, Ablehnung oder Gleichgültigkeit, sondern durch ihre detaillierte Umsetzung.

Die pädagogischen Bausteine sind also aus dem Bewusstsein entstanden, eine Schule sein zu wollen, die neben dem traditionellen Unterricht Kindern Freiräume anbietet, sie zum selbstständigen Arbeiten anleitet, ihnen soziale Kompetenzen vermittelt und sie befähigt, Formen des Lernens und Arbeitens zu verinnerlichen, die sie für ihr späteres Leben brauchen.

Dazu kommt, dass die Schule mitten im Stadtteil liegt und von Beginn an vielfältige Kontakte zu allen Einrichtungen wie Sportverein, Kirche, Bezirksvertretung pflegt.

Dass wir auch heute nach 18 Jahren immer noch von Bausteinen reden, bedeutet, dass unser Programm noch in der Entwicklung ist, dass wir nicht nur aufbauen auf Vorhandenem, sondern auch verändern oder neue Akzente setzen.

Diese Vorstellung von Schule geht von dem Selbstverständnis aus, selbst eine lernende Einrichtung zu sein.

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