Nach dem bitteren Aus in der Gruppenphase war die neue Zielsetzung klar: Ein Platz unter den Top 10 der Welt. Dafür musste im ersten Platzierungsspiel unbedingt ein Sieg gegen Griechenland her. Personell musste das Team der FALS weiterhin auf die verletzten Niklas Tom Winkler und Mika Eidmann verzichten – doch die Mannschaft zeigte erneut ihren unglaublichen Zusammenhalt.
Nervöser Beginn – dann übernimmt Deutschland (Halbzeit 15:13)
Die griechische Schulmannschaft aus Athen erwischte zunächst den besseren Start. Nach fünf Minuten lagen die Hellenen mit 5:3 vorne und machten früh klar, dass es ein intensives und körperbetontes Spiel werden würde.
Doch die Antwort der FALS ließ nicht lange auf sich warten: Mit wachsender Sicherheit im Angriff und einer immer stabileren Abwehr drehte Deutschland das Spiel. Bereits nach zehn Minuten stand es 8:5 für das Team aus Solingen – der Wendepunkt der Partie.
Neben den bekannten Torschützen Lukas Hertzberg, Henri Holz und Linas Fischer waren es diesmal vor allem die Spieler von der Bank, die wichtige Impulse setzten:
Kris Schneider, Gioele La Mendola, Jonas Tischinger und Laurent Heinrichs brachten Energie, Tempo und neue Ideen ins Spiel.
In der Defensive wuchs das Team über sich hinaus: Niklas Czerwien, Lou Albert und Moritz Fink bildeten gemeinsam mit Torwart Ahmet Tüfekci ein starkes Bollwerk. Mit einer verdienten Führung ging es schließlich in die Halbzeitpause (15:13).
Gänsehaut-Phase nach der Pause – Deutschland dreht auf (Endstand 32:24)
Die zweite Halbzeit begann mit einem echten Schockmoment: Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff stand es plötzlich 17:17. Die Halle hielt den Atem an. Nach einem vergebenen Siebenmeter drohte das Spiel sogar zu kippen – Griechenland hatte die große Chance, erstmals wieder in Führung zu gehen.
Doch genau in diesem Moment zeigte sich der Charakter dieser Mannschaft.
Ahmet Tüfekci parierte spektakulär – und leitete damit die vielleicht entscheidende Phase des Spiels ein. Der Gegenangriff rollte, Linas Fischer behielt die Übersicht und setzte Henri Holz perfekt in Szene. Führung Deutschland! Und plötzlich war sie wieder da: die Energie, die Emotion, der unbedingte Wille.
Was danach folgte, war pure Euphorie auf dem Feld:
Tor um Tor zog Deutschland davon. Die Abwehr kämpfte um jeden Ball, jeder gewonnene Zweikampf wurde gefeiert, jeder Treffer bejubelt. Die Mannschaft spielte sich regelrecht in einen Rausch. Sechs Minuten vor Schluss zeigte die Anzeigetafel 28:18 – die Entscheidung.
Ein schöner Moment folgte kurz darauf:
Mats Schwarz, der verletzungsbedingt bislang keine Minute spielen konnte, trat zum Siebenmeter an. Die Halle wurde still, pfiff – und dann: Tor! Sein erstes WM-Tor, welches von der gesamten Mannschaft gefeiert wurde..
Am Ende stand ein überzeugender 32:24-Erfolg auf der Anzeigetafel.
Ein besonderer Dank gilt dem Damenteam aus Dortmund sowie der Mannschaft aus Kosovo, die unser Team über die gesamte Spielzeit lautstark unterstützten.
Nun wartet am nächsten Tag Serbien, das sich im Überkreuzspiel gegen Luxemburg durchsetzen konnte.
Statistik Deutschland (Tore)
Tüfekci, Albert (5), Czerwien (1), Fischer (7/2), Fink (6), Heinrichs, Hertzberg (6), Holz (7), La Mendola, Schneider, Schwarz (1/1), Tischinger.
[Daniel Certa]





