Eindrücke einer inspirierenden Fortbildungswoche mit Job-Shadowing
Ort: Helsinki und Karkilla
Zeitraum: 03.-09. Mai 2026
Wie gelingt gute Schule? Welche Rolle spielen Kreativität, Eigenverantwortung und persönliche Entwicklung im Schulalltag? Mit diesen Fragen im Gepäck nahmen wir Anfang Mai an einer internationalen Fortbildungswoche in Finnland teil. Gemeinsam mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern (Spanien, Belgien und Finnland) erhielten wir spannende Einblicke in das finnische Bildungssystem – und viele Impulse, die auch für unsere Schule von großer Bedeutung sind.
Bereits zu Beginn entstand in der internationalen Gruppe eine sehr offene und herzliche Atmosphäre. Durch gemeinsame Aktivitäten, Schulbesuche und viele persönliche Gespräche entwickelte sich schnell ein intensiver Austausch über Unterricht, Erziehung und die Herausforderungen moderner Schule. Besonders bereichernd war dabei die Begegnung auf Augenhöhe: Unterschiedliche Erfahrungen, Ideen und Perspektiven wurden offen geteilt und gemeinsam reflektiert.
Ein besonderer Schwerpunkt der Woche lag auf den Schulbesuchen in Helsinki und Karkkila. Dabei konnten wir alle Schulstufen des finnischen Bildungssystems kennenlernen – von der Primary School über die Lower Secondary School bis hin zur Upper Secondary School. Diese umfassenden Einblicke ermöglichten ein sehr ganzheitliches Verständnis der Bildungswege und -philosophie in Finnland.
Besonders eindrucksvoll war der Aufenthalt in Karkkila, einer kleineren Stadt, die trotz gesellschaftlicher Herausforderungen – unter anderem einer erhöhten Arbeitslosenquote von ca. 13 % – sehr authentische Einblicke in das dennoch leistungsstarke Schulsystem bot. Gerade dort wurde deutlich, wie Schule Kindern und Jugendlichen Orientierung, Selbstvertrauen und Perspektiven vermitteln kann.
Während der Woche verbrachten wir zudem viel Zeit in der Natur. Dabei wurde spürbar, welche besondere Rolle die finnische Landschaft als Lern- und Lebensraum spielt. Die Natur wird dort nicht nur als Umgebung wahrgenommen, sondern aktiv in Lernprozesse einbezogen. Diese Erfahrung hat unseren Blick dafür geschärft, wie wertvoll Natur als Bildungsraum sein kann – und wie sehr sie Konzentration, Wohlbefinden und gemeinsames Lernen unterstützt.
Beeindruckend war vor allem die konsequente individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Lernen wurde vielerorts praxisnah, kreativ und handlungsorientiert gestaltet. Werkstätten, offene Lernumgebungen und projektorientierte Aufgaben stärkten sichtbar die Selbstständigkeit, die Motivation und das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen. Dabei stand nicht allein schulische Leistung im Vordergrund, sondern die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit.
Auch die Haltung innerhalb der Schulen fiel besonders positiv auf: Schülerinnen und Schüler begegneten Lehrkräften respektvoll und zugleich sehr selbstverständlich. Die Lernatmosphäre wirkte ruhig, wertschätzend und vertrauensvoll. Als Besuchergruppe wurden wir überall herzlich empfangen und erhielten sehr authentische Einblicke in den Schulalltag.
Die Fortbildung selbst war von großer Offenheit geprägt. Die Aufgabenstellungen regten dazu an, genau hinzuschauen, Bildungsprozesse bewusst wahrzunehmen und zentrale Werte von Schule zu reflektieren. Besonders eindrucksvoll waren die spürbare Leidenschaft und Professionalität der Kursleitung, die den internationalen Austausch mit viel Herzblut gestaltete.
Neben den fachlichen Eindrücken bleiben vor allem die persönlichen Begegnungen in Erinnerung. In zahlreichen Gesprächen – oft auch beim gemeinsamen Abendessen – wurden Bildungsideen diskutiert, Unterschiede zwischen den Schulsystemen reflektiert und neue gemeinsame Projekte entwickelt. Dabei wurde deutlich, wie wertvoll internationale Zusammenarbeit für Schule sein kann.
Die Woche in Finnland hat gezeigt, dass gute Schule weit mehr ist als Wissensvermittlung. Sie schafft Räume für Persönlichkeitsentwicklung, Kreativität, Selbstwirksamkeit und gemeinsames Lernen. Viele dieser Eindrücke und Ideen werden sicherlich auch unsere weitere schulische Arbeit bereichern.
[Rahel Passon | Rike Reher]

















